
Verdi-Betriebsgruppe
Der IWF und die Krise
In der Folge des G20-Gipfels in London am 2. April 2009 wurden die Mittel des IWF verdreifacht, damit er seine Kreditvergabe in alle Richtungen hin ausweiten könnte. Die Bedingungen sind überall hart: Lohnkürzungen oder Einfrieren der Löhne für staatliche Bedienstete, Pensionskürzungen, Privatisierung von Unternehmen in öffentlicher Hand etc.
Dutzende von osteuropäischen Ländern haben in weniger als einem Jahr einen Kreditrahmen mit dem IWF vereinbart. Wenn Lettland weiterhin finanzielle Zuwendungen durch den IWF und die EU erhalten möchte, muss es die Beamtengehälter um 20% und die Renten um 10% kürzen. Diese Politik ruft Reaktionen in der Bevölkerung hervor, die auf die Straße geht: ein Generalstreik folgt in Griechenland auf den nächsten; es gibt Lehrerdemonstrationen in Lettland und Beamtenproteste in Rumänien und über 90% aller Isländer weigern sich einem Volksentscheid zufolge Schulden zurückzuzahlen, die sie als illegal ansehen.
John Lipsky, Nr. zwei des IWF und ehemaliger Spitzenfunktionär der Bank JP Morgan, hat die entwickelten Länder davon in Kenntnis gesetzt, dass sie die öffentliche Meinung auf die kommenden Sparmaßnahmen wie die Kürzung von Zuschüssen für das Gesundheitswesen oder Rentenkürzungen vorbereiten sollen. (Reuters, 21. März 2010)
Wenn sich die Völker nicht sofort und erbittert gegen die Zumutungen des IWF und der im Dienste der Finanzmärkte stehenden Regierungen des Nordens zur Wehr setzen, dann werden einschneidende soziale Verschlechterungen stattfinden und es ist höchste Zeit, diese zu verhindern.
Quelle: www.cadtm.org/Plus-que-jamais-les-diktats-du-FMI
Wenn die Börsenkurse fallen
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.
Tucholsky, 1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne"
(immerhin ist dieses Gedicht 78 Jahre alt!)
Solange Einfluss, Macht und Chancen in unserer
Gesellschaft so ungerecht wie heute verteilt sind,
gibt es keine Alternative zum gewerkschaftlichen
Zusammenschluss und Engagement.
Gute Tarifergebnisse fallen nicht kostenlos vom
Himmel.
Wer gute tarifvertragliche Arbeitsbedingungen
einfordert, muss auch für deren Durchsetzbarkeit
im Betrieb sorgen.
ver.di ist die Kraft, die die Interessen der
Beschäftigten wahrnehmen kann.

Grundsatzerklärung
